Die Sprungarten

Der Sport des Trampolin stellt eine Form des Turnens dar, die auf dem Trampolin ausgeübt wird. Zentrales Element der Darbietung sind die Sprünge, für die je nach Schwierigkeitsgrad Wertungspunkte vergeben werden. Dabei existieren unterschiedliche Sprünge und Sprungkombinationen. Basiselemente sind Schrauben, also Drehung um die Längsachse des Körpers sowie Salti, Drehungen um die Querachse des Körpers. Aus dem Vorkommen dieser Elemente im Sprung ergibt sich die Wertigkeit des Sprungs.

Übungsteile ohne Salto oder Schrauben erhalten null Punkte. Für jeden Viertel Salto kommen 0,1 Punkte hinzu. Bei jedem vollkommenen, also 360 Grad Salto wird ein Bonuspunkt, also 0,1 Punkte, hinzuaddiert. Das gleiche Prozedere gilt für Schraubenrotationen. Mehrfach Salti erhalten zwei Bonuspunkte, also 0,2 Wertungspunkte, werden sie aus einer gestreckten oder gebückten Position ausgeführt. Eine Kür besteht aus zehn Sprüngen von unterschiedlicher Wertigkeit.

Es handelt sich um Sprünge, die aus dem Stand heraus begonnen werden und mit Einnahme der jeweiligen Position abgeschlossen sind...

Sie gehören zum Grundrepertoire jedes Trampolinturners. Weitere Grundsprünge sind Bauchsprung sowie Rückensprung, die ebenfalls aus dem Stand heraus ausgeführt werden. Eine halbe Drehung impliziert in der Regel eine halbe Schraube, also eine halbe Drehung um die Längsachse des Körpers. Bei der Abfolge halbe Sitz halbe Stand handelt es sich um eine Bewegung aus dem Sitz heraus in die Standposition.

 


Bei einem Salto handelt es sich um eine Rotation des Körpers um seine Querachse. Ein Salto kann vorwärts wie rückwärts geturnt werden. Wird nur Salto gesagt, meinen Trampolinturner in der Regel einen Salto rückwärts. Ein Doppelsalto bedeutet zwei Rotationen um die Querachse des Körpers unmittelbar hintereinander. Auch er kann vorwärts wie rückwärts erfolgen. Darüber hinaus existieren noch der Schraubensalto, bei dem ein Salto rückwärts mit einer Schraubenbewegung gesprungen wird sowie die Doppelschraube, die aus einem Salto rückwärts und einer doppelte Schraube sich zusammensetzt. Die Wertigkeit eines Salto beträgt 0,5 bis 0,6 Punkte, die des Schraubensaltos 0,7 sowie jene des Doppelschraubensaltos 0,9 Wertungspunkte.

Bei den folgenden Sprüngen handelt es sich um solche, die im Verlaufe einer Kür dargeboten werden.
Ein Fliffis besteht aus einem Doppelsalto vorwärts kombiniert mit einer halben Schraube beim letzten, dem zweiten Salto. Das Kürzel b bedeutet, dass der Doppelsalto gebückt ausgeführt wird. Seine Weiterentwicklung heißt Triffis, der sich aus einem dreifachen Salto und einer halben Schraubenbewegung beim letzten, hier dem dritten Salto zusammensetzt. Der Triffis kann ebenfalls noch einmal gesteigert werden. Beim Vierfachsalto mit Schraube beim letzten Salto spricht der Turner am Trampolin von einem Quadriffis. Die Salti werden bei diesen Übungen vorwärts ausgeführt. Des Weiteren existiert noch der Baby-Fliffis, bei dem ausgehend von einer Rückenlandung eineinviertel Salto vorwärts mit einer halben Schraube kombiniert gesprungen werden. Das Kürzel c deutet auf die Ausführungsart hin, c bedeutet gehockt. Die anderen Buchstaben sind a und b, wobei a eine gestreckte Körperhaltung impliziert und b eine gebückte Ausführungsart angibt.

Der Trampolinsprung des Barani besteht aus einem Salto vorwärts mit einer halben Schraube. Es handelt sich beim Barani quasi um die Vorstufe zum Fliffis. Seine Wertigkeit beträgt 0,6 Wertungspunkte für die Ausführungsmöglichkeiten a, b und c. Zum Vergleich der Baby-Fliffis bringt schon 0,7 Punkte ein, während beim Fliffis aus der Hocke schon 1,1 Punkte und aus der Position b heraus gar 1,3 Punkte anfallen. Ein Triffis erntet 1,6 Punkte aus der Hocke sowie 1,8 Punkte aus der Bücke.

Der Sprung des Cody erfolgt aus einer Bauchlandung heraus, an die sich eineinviertel Salto rückwärts in die Standposition anschließen. Eine Variation ist der Schraubencody, bei dem der Cody um eine Schraube erweitert wird.

Beim so genannten Rudolph handelt es sich um einen Vorwärtssalto kombiniert einer eineinhalbfachen Schraube. Der Schwierigkeitsgrad beträgt 0,8 Punkte. Eng mit dem Rudolph verwandt ist der Randolph, der auf dem Bewegungsablauf des Rudolph aufbaut. Die Grundbewegung ist mit dem Vorwärtssalto die gleiche, allerdings während des Salto zweieinhalb Schraube geturnt werden. Damit ist der Schwierigkeitsgrad wesentlich höher und wird bei 1,0 Punkten angesetzt. Über Rudi und Randi hinaus, existiert noch der Adolph, der aus einem Salto und dreieinhalb Schrauben sich zusammensetzt. Eine weitere, sehr fortgeschrittene Sprungkombination ist der Miller, der auf den ehemaligen Trampolinturner Wayne Miller zurückgeht und aus einem Doppelsalto rückwärts mit dreifacher Schraube sich zusammensetzt. Der Miller plus Killer bedeutet gar vier Schraubenbewegungen.